Dienstag, 19. august 2008
Elvis ist tot.
Ich denke, da sind die meisten Leser dieses Blogs mit mir einer Meinung. Vermutlich sah es auch der Typ so, dem ich heute Abend über den Weg gelaufen bin. Rein optisch allerdings schien er etwas
anderes auszudrücken: eine beindruckende Haartolle, lange Koteletten und Klamotten wie aus einem 50er-Jahre altem Modemagazin ausgeschnitten. Ich konnte gar nicht anders, als ihn anzustarren. Ich
fand ihn einfach klasse!Vielleicht nicht der, aber zumindest ein großer Teil der Menschen um mich herum läuft ganz furchtbar angepasst durch die Gegend, um nicht zu sagen H&M’isiert.
Ich will mich da gar nicht ausnehmen, zumindest nicht ganz. Wie erfrischend ist da jemand, der ganz offensichtlich aus der Reihe tanzt. Die meisten Menschen brauchen einen Anlass dafür: Karneval, Rutenfest, oder eine Mottoparty - irgend etwas halt, das das Anders-oder einfach Eigen-Sein zur Normalität macht.
Was mir an dem Pseudo-Elvis heute besonders gut gefallen hat, war aber etwas anderes. Völlig unabhängig von seiner Frisur oder seiner Kleidung schien er einfach im Reinen mit sich selber zu sein. Die Zufriedenheit, die er dabei ausstrahlte, hat mich schwer beeindruckt.
Frei nach Dieter Zimmer: Man darf nicht immer zu versuchen, etwas zu werden. Man muss sich klar machen, dass man schon etwas ist. Genau das schien dieser Mensch zu tun. Und zwar so überzeugend, dass ich ihm sogar verziehen habe, dass er am Ende nicht in einen schönen alten Cadillac, sondern in ein ganz gewöhnliches, langweiliges Auto gestiegen ist.
In diesem Sinne, someone said that the world is a stage!
Es ist entschieden! Spanien ist Europameister 2008. Schade, dass wir so knapp am Sieg vorbei gerauscht
sind. Was für ein Krimi waren wohl die Spiele gegen die starken Türken oder das verpatzte Finale gegen die nun feiernden Stierkämpfer.
Ich glaube nicht an Happy Ends. Sie können nicht
funktionieren.
Eigentlich gibt es nur zwei Arten von Parties:
solche, wo man jeden kennt und solche, wo das nicht so ist. Ich ziehe zweitere vor. Ich mag es, wenn man bei einer Feier die Chance hat, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die man nicht oder nur
flüchtig kennt. Das unterscheidet die Party dann vom gewöhnlichen
Theoretisch ist alles logisch,
ganz klar das Bild vor dem inneren Auge. Die Wirklichkeit ist trotzdem meilenweit davon entfernt. Meine Ex-Freundin hat das "Kopfkino" genannt. Auch wenn der Begriff nicht neu ist, sie hat ihn
für mich geprägt.
Zeit existiert für mich seit etwa 1985. Damals
wurde ich eingeschult, und schon bald bekamen wir eingetrichtert, dass oben rechts auf der Seite das Datum und erst darunter dann die Hausaufgaben zu stehen hätten. Zudem gab es bald darauf das
Super-GAU in Tschernobyl, das wohl erste Großereignis, dessen Folgen ich bewusst wahrgenommen habe. Die Chronologie hielt Einzug in mein Leben.
Vermutlich werde ich heute Nacht von Rollkoffern träumen und
es werden Albträume sein. Von wild umher rasenden Mini-Trolleys, die mir über die Füße rollen, und bösartigen Riesen-Trolleys, die mich verschlingen wollen. Wieso ich das denke? Naja, ich bin
heute, wie so oft, Zug gefahren.